Kinderaufbewahrung in staatlicher Hand

In Luxemburg setzt die aktuelle Gambia- Regierung zurzeit die staatliche Kinderaufbewahrung durch. Viele Luxemburger Eltern entrüsten sich zu Recht über die Sparmaßnahmen der Regierung, weil sie die Familien massiv benachteiligen. Die Mutterschaftszulage wird abgeschafft, ebenso das Erziehungsgeld. Ich habe den Eindruck, dass man die Mutter ganz abschaffen will. Stattdessen wird man vielleicht in Zukunft Gebärende haben, deren Babys man dann adoptieren kann. Das Wort Mutter passt doch überhaupt nicht mehr in unsere genderorientierte Gesellschaft.

Die Regierung betreibt eine Unfamilienpolitik, denn sie bekämpft die Familie statt sie zu unterstützen und zu fördern. Die Betreuung der Kleinkinder zuhause dagegen wird einem fast unmöglich gemacht, denn hierzu gibt es keine finanzielle Unterstützung. Jeder weiß doch, wie wichtige die frühkindliche Bindung ist. Ein Säugling in den Armen seiner Mama, das bedeutet Geborgenheit, auch ein Kleinkind fühlt sich noch am wohlsten in den Armen seiner Mutter. Selbstverständlich wehren sich die Mütter jetzt. Sogar Tiere schützen ihre Kleinen und wer an sie heran will, wird angegriffen.

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Mehrere Erzieherinnen, die in Krippen arbeiten sagen aus, dass es ihnen nicht möglich ist, mehr als drei Kleinkinder gut zu beaufsichtigen. Geschweige dann ihnen Zuneigung und eine sie fördernde Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Statt dass der Schwerpunkt auf die frühkindliche Bindung gelegt wird, liegt er heute auf der frühkindlichen Bildung. Was ein einziger Buchstabe doch für einen himmelweiten Unterschied ausmachen kann. In den luxemburgischen Erziehungsanstalten sollen die Kleinen nun zweisprachig aufwachsen. Wie frei sind wir noch, wenn es einem so schwer gemacht wird, seine Kinder zuhause zu betreuen?

Aber ist es nicht überall das Gleiche? Auch in Deutschland gehen die Menschen auf die Straße, um sich für die Rechte der Familie einzusetzen. Ebenso in Frankreich und andern EU-Ländern.

Überall findet die Zerstörung sämtlicher Werte statt.

Ich zitiere Gabriele Kuby: „Die Wurzel der Kultur des Todes, der jährlich 50 Millionen ungeborene Kinder zum Opfer fallen, ist der Missbrauch der Sexualität. Die Ideologie des Gender Mainstreaming, welche die Geschlechtspolarität von Mann und Frau auflösen will, fördert diesen Missbrauch und zerstört damit die Grundlage der Familie und der Beziehung des Menschen zu Gott.

auch noch interessant: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article113378955/Kulturkampf-um-die-Abrichtung-unserer-Kinder.html

 

Entspannt und ausgerichtet erziehen

 

Lasst die Leine locker! So ist ein Artikel von Nicol Ljubic in der „Zeit“ überschrieben. Er gibt darin ehrlich zu, dass er nicht immer zuhört, wenn er gerade die Zeitung liest und sein Sohn ihn anspricht. Er weiß auch nicht immer Bescheid, wann der eine Klassenarbeit schreibt und kontrolliert auch nicht jeden Tag seine Hausaufgaben. Er gesteht, dass es bei ihm manchmal einfach Faulheit ist.  Trotzdem scheint sein Sohn ganz zufrieden mit seinen Eltern.

Er schreibt über die Eigenschaft der Gelassenheit, die vielen Eltern abhanden gekommen ist.

Ein elfjähriger darf auf einen Baum klettern, ohne dass sein Vater vor Schreck umkippt. Ihr müsst eure Kinder nicht ständig überwachen.

Entspannt euch mal Eltern und lasst los!           images

Wäre es nur nicht so gefährlich geworden. Da lauern so viele Gefahren, Autos, Pädophile, das Jugendamt, der Staat und vieles mehr.

Eltern stehen unter Stress. Sie sind beruflich sehr eingebunden, haben die Karriere im Blick, sie wollen aber auch das Beste für ihre Kinder. Sie wollen sie gut erziehen und werden dabei von Psychologen, Psychiatern, Pädagogen, Familientherapeuten, Lehrern und Freunden „unterstützt“. Erziehungsratgeber, Elternratgeber, die Medien und der Staat helfen ihnen auf die Sprünge. Der Staat mischt sich ja mittlerweile in jeden Bereich unseres Lebens ein. Auch in der Schule stehen die Kinder viel unter Druck und sollen funktionieren. Die ADHS-Diagnose lauert vor der Tür. Ein unangepasstes, zu lebhaftes Kind passt nicht in die gegebenen Strukturen.

Diejenigen Eltern, die sich den Luxus leisten und deren Kinder die ersten Jahre über in der Geborgenheit der Familie aufwachsen können, lassen ihre Sprösslingen wohl noch am ehesten ihre Welt selbst erforschen und entdecken. Diese Mischung aus loslassen und für es da sein, wenn es einen braucht, ist für ein Kind ideal. Wir waren früher ganze Nachmittage allein unterwegs, haben im Wald unsere Hütten gebaut und auf der Straße mit den Nachbarskindern gespielt. Heute ist das fast unmöglich geworden. Eltern müssen genau wissen, bei wem ihre Kinder sich aufhalten und was sie tun. Es ist gar nicht so leicht, die Kinder mal loszulassen und ihnen zu vertrauen, dass sie nicht gleich in der Schule durchfallen oder verunglücken, wenn wir nicht alles kontrollieren.

Als Gott Himmel und Erde erschuf, gründete er auch die Familie. Er hat wunderbare Absichten mit der Familie. „Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn und Leibesfrucht ist ein Geschenk“ Psalm 127,3. Wenn Seine Liebe vorhanden ist, können Kinder gut gedeihen und sich geborgen fühlen im Schoss ihrer Familie. Sind die Eltern ausgerichtet auf Gottes Willen, auf Seine guten Absichten mit der Familie, so können sie entspannt erziehen. Alles wird ausgewogener und kommt in ein gesundes Gleichgewicht. Die Kinder spüren die Sicherheit, die nur aus einer lebendigen Beziehung mit Gott entsteht. Sie wissen, meine Eltern lassen sich nicht bei den ersten Schwierigkeiten scheiden. Sie orientieren sich nach Gottes Wort.

Im Epheserbrief steht: „Ihr  Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn“, aber auch. „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern im Herrn! Denn das ist recht. Ehre deinen Vater und deine Mutter, das ist das erste Gebot mit Verheißung – damit es dir wohl gehe und du lange lebst auf der Erde.“ In diesen Bibelversen kommt die Ausgewogenheit zum Ausdruck, zwischen gegenseitiger Achtung, Liebe und Respekt.

http://www.zeit.de/2014/38/kindererziehung-fuersorge-verbote

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Phase

 

Mit meinem heutigen Artikel läute ich eine neue Phase ein. Bisher schrieb ich über das, was mir auf dem Herzen brannte, teilte meine Ansichten mit über Themen wie Familie und Gesellschaft und stellte meine Bücher vor. Ich tat das aber ohne Bezug auf meinen Glauben als Christ.

Warum? Es gibt viele gute und gerechte Menschen, die sich für die Familie und den Erhalt von Werten einsetzen. Ich bewundere sie und bin dankbar, dass es sie gibt. Manches was ich geschrieben habe, hat Leute angesprochen, wobei ich aber weiß, dass etliche von ihnen nicht weitergelesen hätten, wenn ich göttliche Prinzipien und Bibelverse mit eingefügt hätte. In Wahrheit ist es jedoch so, dass alles, was ich schreibe auf diesen göttlichen Prinzipien beruht.

Oft ist es leider so: Sobald man sich als Christ outet, ist man unten durch. Ungläubiges Staunen, mitleidiges Lächeln bis hin zu Verachtung und Anfeindung werden einem entgegengebracht. „Du mit deinen mittelalterlichen Ansichten!“

Ich glaube, dass es ein Reich Gottes und ein Reich der Finsternis gibt.

Nachdem ich gerade persönlich erlebt habe, wie traurig es ist, wenn ein geliebter Mensch bewusst an seiner Sünde festhält und sich damit für das Reich der Finsternis entscheidet, ist mir die Realität dieser beiden Herrschaftsgebiete noch viel stärker bewusst geworden.

In meinen Büchern kam mein Glaube an Gott bereits vor und meine Protagonisten fanden die Lösung für ihre Probleme bei Ihm.

Nun ist für mich die Zeit gekommen, in meinen Blogbeiträgen diesen Glauben, der meinen Alltag und mein ganzes Leben prägt und bereichert, nicht mehr zurückzuhalten.

„Zu dieser Botschaft bekenne ich mich offen und ohne mich zu schämen, denn das Evangelium ist die Kraft Gottes, die jedem, der glaubt, Rettung bringt. Das gilt zunächst für die Juden, es gilt aber auch für jeden anderen Menschen. Denn im Evangelium zeigt uns Gott seine Gerechtigkeit, eine Gerechtigkeit, zu der man durch den Glauben Zugang hat; sie kommt dem zugute, der ihm vertraut. Darum heißt es in der Schrift: Der Gerechte wird leben, weil er glaubt.“ Neue Genfer Übersetzung: Römer 1, 16+17

 

LAUSANIA, ein Bilder/Hörbuch über Läuse

Jetzt billiger: statt 25 nur noch 15 Euro

Ein schönes Bilder, Mal und Hörbuch mit einer

tollen Geschichte über Kopfläuse.

 

Lausi,  Lausebengel,  Lausbub und Läuschen sind nicht

auszuhüten. Sie sind die kleinen Lauskinder von Lauser und

Nissa, und sie haben nur Unfug im Kopf. Wie und wo leben

die winzigen Tierchen und wie kann man sie wieder loswerden?

 

Geschrieben von Marie-Jeanne Reichling, illustriert von

Cathy Steffen. Die Musik auf dem Hörbuch ist von Exemo

 

Für Kinder ab 4 Jahre, Kindergarten und Grundschule

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Buch mit CD statt 25 Euro, jetzt nur noch 15 Euro

Mal und Aufgabenheft 5 Euro

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Alex und die Suche nach seiner Identität

Vorstellung meines neuen Jugendromans zum Thema sexuelle Orientierung

Für Jugendliche ab 11 Jahre

 

Alex und Pit begegnen sich. Gleich am An­fang ihrer Bekanntschaft erklärt Pit, er stehe auf Jungs. Das führt dazu, dass auch Alex sich mit seinen widerstreitenden Gefühlen auseinandersetzt.

Zwischen Alex und Pit entwickelt sich eine Freundschaft, die sich trotz unterschiedli­cher Auffassungen so vertieft, dass Pit alles dran setzt, um Alex aus einer sehr gefährli­chen Situation zu befreien.

Auch die vier Geschwister Benny, Rebecca, Melanie und Jonas sind wieder mit dabei.

In diesem spannenden Jugendroman geht es um Identifikation, Selbstfindung und Freundschaft.

 

Dazu eine Leseprobe:

Begegnung mit Pit

Alex Kapps Vater war Lastwagenfahrer und dadurch häufig ein paar Tage von zuhause abwesend. Übers Wochenende war er unterwegs gewesen und hatte eine Fracht nach Spanien gebracht. Am Dienstag kam er wieder zurück. Beim Abendbrot sah er nicht nur müde aus, er war es auch. Neun Stunden hintereinander am Steuer, mit nur kurzen Pinkelpausen, das schlauchte ganz schön. Und das alles, um nicht noch eine Nacht außerhalb verbringen zu müssen. Aber solche Touren machten ihn nervös und reizbar. Dazu kam, dass seine Frau den Reis hatte anbrennen lassen, weil sie, wie sie sagte, während des Kochens noch fertig bügeln wollte. Sie hatte zwar neuen gekocht, doch die ganze Wohnung roch penetrant nach angebranntem Reis.

Er hatte sich deswegen bereits aufgeregt und so war die Atmosphäre bei Tisch leicht angespannt. Nur Tommy plapperte unbekümmert über Fußball. Sein Vater blickte mürrisch drein, ließ ihn aber gewähren. Alex und Lea unterhielten sich leise über irgendetwas aus der Schule. Die Mutter hörte ein bisschen zu, stand dann aber auf und wandte sich fragend an ihren Mann: „Willst du was, ich hole noch eine Flasche Wasser?“

„Bring mir ein Bier mit!“

Sie nickte und verließ die Küche, um gleich darauf mit Wasser und Bier zurückzukommen.

„Wann musst du wieder los?“, fragte sie und reichte ihm die geöffnete Bierflasche. Er nahm einen Schluck und runzelte die Stirn.

„Morgen bin ich noch hier, Donnerstagnachmittag fahr ich…, wohin war das doch gleich?“ Er stellte die Bierflasche ab und zog ein Blatt Papier aus der Hosentasche, es war sein Arbeitsplan, den er jetzt auseinanderfaltete.

„Müsst ihr denn alle gleichzeitig reden?“ fuhr er Alex gereizt an.  Alex blickte verständnislos zurück. Sein Vater ignorierte es und fing an, den Plan zu studieren.

„Um sechs fahr ich los, zuerst geht es nach Antwerpen. Von da weiter nach Holland…“

Er sah Alex drohend an: „Halt doch mal die Klappe Alex!“

„Ich hab doch gar nichts…“, fing Alex an, doch dann schüttelte er den Kopf und schwieg. Er merkte wie Lea und seine Mutter sich Blicke zuwarfen.

Die beiden haben wenigstens einander, dachte er. Sie waren Verbündete und verstanden sich auch ohne Worte. Seine Mutter hatte es einmal so ausgedrückt: Sie und Lea mussten sich wehren und zusammenhalten gegen ihre Männer.

Alex hatte nach dem drohenden Blick seines Vaters kein Wort mehr gesagt. Und doch musste er es jetzt wieder ausbaden. Tommy kam sowieso stets auf seine Kosten, charmant und  fröhlich wie er war. Alle hatten ihn gern und als der Jüngste in der Familie, ließ man ihm so Manches durchgehen. Alex dagegen fühlte sich, wie so oft,  ungerecht und schlecht behandelt.

Niedergeschlagen machte er sich etwas später auf den Weg zum Schwimmclub. Er hatte nach dem Abendessen gleich seine Sachen gepackt und sich einfach davongemacht.  Jetzt war er natürlich viel zu früh dran. Die Auseinandersetzung mit seinem Vater erfüllte ihn mit Wut und Enttäuschung. Immer bekam er die Schuld für alles.

Bei der Schwimmhalle angekommen, setzte er sich draußen auf die Mauer. Die Sporttasche stellte er zu seinen Füßen ab, legte die Hände unter die Oberschenkel und dachte  weiter über seine Beziehung zu seinem Vater nach. Warum nur reagierte er immer so? Nie hatte er ein gutes Wort für Alex und bei jeder Kleinigkeit brauste er auf. Tommy dagegen ließ er fast alles durchgehen. Der konnte sich sogar erlauben, zurück zu maulen. Aber Alex war sowieso keine kämpferische Natur, dafür war er viel zu sensibel.  Auch seine künstlerischen Interessen und seine Begabung am Klavier waren seinem Vater ein Dorn im Auge. Dadurch würde Alex nur noch mehr verweichlichen, meinte er. Alex seufzte. Sein Vater verstand ihn eben nicht. Er gönnte ihm auch nichts. Alex konnte froh sein, solange er ihm das Klavier spielen nicht ganz verbot.

„Bist du nicht Rebeccas kleiner Bruder?“, klang plötzlich eine Stimme an sein Ohr. Vor ihm stand Pit und sah ihn neugierig an „Wie heißt du?“

„Ich heiße Alex“, antwortete er mürrisch. „Und nein, ich bin nicht Rebeccas Bruder. Du verwechselst mich bestimmt mit Benny. Aber ich weiß, wer du bist. Du heißt Pit und bist in derselben Klasse wie Rebecca.“

„Stimmt.“

Alex sah auf und merkte, wie Pit ihn von oben bis unten musterte. Alex tat es ihm gleich und ließ einen leicht provozierenden Blick über Pits Gestalt gleiten. Pit war einen Kopf größer als er, schlank, mit blondem kurzgeschnittenen Haar, sanften braunen Augen und einem weichen Mund.

Alex machte eine fragende Kopfbewegung zu ihm hin: „Was ist los, willst du etwas von Rebecca? Bist du verliebt in sie?“

Pit auflachend „Wie kommst du denn darauf?“

„Weil sie hübsch ist und alle Jungs hinter ihr her sind, behauptet jedenfalls Benny.“

„Ich interessiere mich nicht für Mädchen, ich steh eher auf Jungs.“ Wieder der eindringliche Blick. „Aber du bist hübsch, ich habe dich beobachtet, wie du da saßest.“

Bei Pits Worten wurde Alex rot. Er sah tatsächlich gut aus. Sein dunkelbraunes Haar trug er an den Seiten kurz geschoren und in der Mitte schwungvoll nach hinten gekämmt. Um das gut hinzukriegen, verbrachte er morgens fast eine Viertelstunde vor dem Spiegel, bevor er mit seiner Frisur zufrieden war. Seine grünen Augen blitzten munter in einem schmalen Gesicht. Er hatte einen schlanken Körperbau und achtete stets darauf, dass sein Outfit modisch aktuell war und alles gut zusammenpasste.

Nun versuchte er abzulenken „Ich bin etwas früh dran für meinen Schwimmkurs, deshalb habe ich hier gewartet.“

„Das heißt, du bist jeden Dienstag hier?“

„Ja leider.“

Pit lachte. „Das klingt, als ob du keine große Lust aufs schwimmen hättest.“

„Ich hasse schwimmen“, erwiderte Alex und verzog das Gesicht, „aber mein Vater zwingt mich dazu. Damit ich abgehärtet werde.“

„Nun es ist gut für deine Figur.“

Alex spürte, wie er schon wieder errötete.

„Ich muss jetzt reingehen“, sagte er und stand hastig auf. „Meine Stunde fängt an, tschüss.“

„Na dann tschüu, bis nächsten Dienstag“, sagte Pit mit einem sanften Lächeln.

Die Begegnung mit Pit ging Alex nicht mehr aus dem Kopf. Er fand es irgendwie beeindruckend, dass Pit einfach sagte, er habe lieber Jungs statt Mädchen. Für ihn schien das ganz normal zu sein. Jedenfalls genierte er sich nicht, es zuzugeben.

Auf den ersten Blick sah Pit nicht aus wie eine Schwuchtel, fand Alex. Er war groß, schlank und gut gebaut. Nun ja,  warum sollte man als Homosexueller nicht sportlich sein. Das waren doch alles nur Vorurteile. Immerhin gab es einige sehr gute schwule Sportler.

 ——-

Alex schüttelte das beklemmende Gefühl ab. So ein Blödsinn, dachte er. Endlich hat es geklappt und ich besuche meinen Klavierlehrer. Jack ist eben gefühlvoll, beruhigte er sich selbst, ein Künstler.

Jack ging hinüber zu der altmodischen Stereoanlage und schaltete sie ein. Sogleich dröhnte die bellende Stimme des Metallica Frontsängers James Hetfield durch den Raum. Alex blieb wie angewurzelt stehen.

Jack sah es und lachte schallend „Ha, da staunst du was?“  schrie er laut, bei dem Versuch gegen das Brüllen Hetfields anzukommen „Den Musikgeschmack hättest du dem alten Jack nicht zugetraut, wie?“

Alex nickte perplex „Es ist ein bisschen ungewohnt.“

„Der Hetfield hat schon viel durchgemacht, weißt du? In seiner Musik lässt James Monster raus, die ihn seit seiner Kindheit verfolgen.“

Jack betätigte die Fernbedienung, und abrupt wurde es still im Raum.

„Düstere Texte, was? Doch ich kann es ihm nachfühlen. Er ist in meinem Alter, gerade fünfzig geworden. So ist das leider Alex, gegen manche Dämonen kommt man einfach nicht an.“

Sein Lachen klang zynisch und brach von einem Moment auf den anderen ab. Er starrte vor sich hin. Nach einer kleinen Weile wiegte er den Kopf hin und her.

„Gefällt dir nicht? Also für dich lieber etwas aktuelleres.“

Wieder wirkte er wie ausgewechselt.

Er legte eine andere CD ein und seine Stimme wurde schwärmerisch: „Macklemore and Ryan Lewis – Same Love Lyrics.“

Die Musik erklang. Jack öffnete eine  Glasvitrine und entnahm ihr zwei Gläser.

„Was trinkst du, Fanta, Cola?“, fragte er, jetzt mit seinem üblichen, freundlichen Lächeln.

Alex wollte am liebsten gar nichts mehr trinken. Er fühlte sich heute nicht richtig wohl in Jacks Gegenwart. Seine Stimmungen schienen hin und her zu schwanken. Hatte er Drogen genommen oder was war los mit ihm?

Doch Alex traute sich nicht, das Getränk abzulehnen, so überging er das ungute Gefühl und nickte „Danke gern.“

„Ja was denn nun, Cola oder Fanta?“ Jacks Stimme klang schon wieder leicht ungeduldig.

„Cola bitte.“

„Nun gut, also ein Glas Cola, setz dich doch endlich!“

Alex gehorchte und setzte sich vorne aufs Sofa. Jack drehte ihm den Rücken zu, schenkte ein und kam langsam auf Alex zu. Er hatte ein sonderbares Glimmen in den Augen, als er die Gläser aufs Sofatischchen stellte und sich ganz nahe zu Alex hinunter beugte. Alex stockte der Atem.

Homepage: www.marie-jeanne-reichling.eu

 

Probleme einer sexversessenen Gesellschaft

Wie sollen wir unsere Kinder noch in dieser sexversessenen Gesellschaft bewahren? Wie können wir unseren Jugendlichen noch eine gesunde Einstellung zur Sexualität vermitteln? Und wie kommt es in der Gesellschaft an, wenn wir unseren Söhnen und Töchtern sagen, dass die Ehe eigentlich dazu gedacht ist, ein ganzes Leben lang zu halten? Dass sie auf den einen Partner warten sollen, mit dem sie eine Familie gründen, dem sie dann auch noch treu sein werden und dass Sex mit Liebe zusammenhängt?

Die Sex- und Pornoindustrie erwirtschaftet jährlich riesige Profite. In den Medien, in der Werbung, in der Schule und  im Alltag vieler Menschen ist das Thema Sex von allergrößter Bedeutung. Eine der am häufigsten genannten Auswirkung der Sexualisierung ist die der zwischenmenschlichen Abstumpfung. Sex ist wichtiger geworden als Liebe. Swinger-Clubs, Sex-Partys, Sex-Reisen und der hohe Konsum an Pornographie reduzieren Menschen zu Konsumartikeln. Hat man dann noch das nötige Geld, sind den Ausschweifungen keine Grenzen mehr gesetzt. Siehe zum Beispiel Kirche und Politik!

Eine Untersuchung in Skandinavien hat gezeigt, dass es gerade bei sogenannten Hochkonsumenten heftige Folgen gebe, berichtet der Hamburger Psychiater Andreas Hill. So hätten 27 Prozent der „Hochkonsumenten“ selbst Kinder sexuell missbraucht. Die Pornographie verändere sich, sagt „Stern“-Autor Walter Wüllenweber. Was vor 20, 25 Jahren der große Renner war, lockt heute keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Die „Bestseller“ der Pornographie seien inzwischen dominiert von Gewalt beim Sex.

Für viele Menschen aller Gesellschaftsschichten ist Pornographie zu einer Sucht geworden. Sie sind gebunden. Trotz Phasen von Schuldgefühlen, Beschämung und vermindertem Selbstwertgefühl bis hin zu Depression, geben sie stets erneut dem Drang nach. Sie sind in einem Teufelskreis gefangen, unfähig, sich daraus zu befreien. Pornographie bringt das genaue Gegenteil der Erfüllung und Zufriedenheit hervor, die sie verheißt. Sie erniedrigt den Menschen.

Die eheliche Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau sollte die Grundlage der menschlichen Familie und der Gesellschaft sein. Durch die natürliche sexuelle Anziehung zwischen Männern und Frauen wird die Intimität in der Ehe gefördert und eine warme, intime Atmosphäre in einem glücklichen Zuhause geschaffen. Wie jedoch heute die Sexualität missbraucht wird, zerstört sie Menschenleben, ganze Familien und Zivilisationen.

Auswirkung auf Jugendliche:

http://www.idea.de/thema-des-tages/artikel/internet-pornografie-ruiniert-das-leben-von-jugendlichen-83220.html

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2009/03/Aufklaerung-Kasten-Interview

http://www.weltvonmorgen.org/artikel/por.htm

http://www.zeit.de/online/2008/50/porno-hysterie

 

buergerstimme.com/Design2/2014/12/wenn-perversion-zur-normalitaet-erklaert-wird/

Wenn euch der Sexualunterricht beschmutzt

Liebe Jugendliche

Ihr seid in einem Alter, wo ihr auf vieles neugierig seid. So interessiert euch natürlich auch das Thema Sexualität. Ihr redet über verschiedenes mit euren Freunden, vielleicht stellt ihr sogar euren Eltern Fragen. Dazu habt ihr den Sexualunterricht in der Schule. Wie geht es euch damit?

Neulich habe ich die Aussage einer Grundschülerin der 2. Klasse gelesen, die sich über den eben abgehaltenen Sexualunterricht beschwerte : „Hören sie“, regte sie sich auf „diese Frau hat meine Seele beschmutzt!“

Was war passiert? Auf die Nachfrage, erklärten mehrere Kinder, die Lehrerin hätte ihnen ekelhafte Dinge erzählt. Sie hätte darüber gesprochen: Dass ihre kleine Tochter sich immer wie ein Junge gekleidet hätte und jetzt mit einer Frau zusammen leben würde. Über die Möglichkeit der Geschlechtsumwandlung, über Masturbation und Prostitution. Und über anderes, das diese achtjährigen Kinder sichtlich schockierte.

So etwas nennt sich schulische Frühsexualität.

Ich möchte euch warnen! Anstatt dass ihr im angemessenem Alter, von etwa elf, zwölf Jahren über Liebe und Sexualität und über das Kinderkriegen erfahrt und einen verantwortungsvollen Umgang mit eurem Körper lernt, werdet ihr förmlich mit diesen Themen bombardiert. Ihr werdet richtig in eine unnatürliche, viel zu frühe Sexualität hineingedrängt. Es wird immer mehr dazu kommen und vielfach ist es bereits so, dass Kinder in der Schule ermutigt werden, alles Mögliche auszuprobieren und sexuelle Vielfalt zu akzeptieren. In den Medien und in der Werbung dreht sich alles um Sex. Auch der Besuch von diversen Pornoseiten gehört bei vielen Jugendlichen bereits zum Alltag. All das zerstört die natürliche Schamgrenze, welche normalerweise bei Kindern eures Alters vorhanden ist.

Geht doch einfach auf euer Empfinden in diesen Dingen! Wenn es euch peinlich ist, wie im Sexualunterricht gesprochen wird, dann macht es wie das Mädchen und meldet es. Ich möchte euch ermutigen, euch dagegen zu wehren. Sagt es euren Eltern oder einem Vertrauenslehrer.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2011-40/porno-fuer-kindergaertler-die-weltwoche-ausgabe-402011.html

Kindererziehung in der Familie statt Geld und Karriere.

Es ist ein großes Glück, Kinder zu haben. Ein Baby zu gebären und es zu stillen, ist eine der schönsten und wertvollsten Erfahrungen, die es gibt. Kinder sind ein Segen! Es bringt so viel Freude, ihre Entwicklungsschritte zu verfolgen, mitzuerleben, wie sie lernen, die Welt erforschen, und wie sich dabei ihre eigenen Persönlichkeiten herauskristallisieren. Man staunt über die Charaktereigenschaften von Mama und Papa, die sich plötzlich bei den Kleinen zeigen. Natürlich ist nicht alles nur Freude. Es gehört auch das Bangen dazu, wenn sie krank sind, die ganze Verantwortung, die Sorgen wenn sie in die Pubertät kommen und ebenso die Auseinandersetzungen in der Zeit.

Der Staat übernimmt bereits zu einem großen Teil die Kindererziehung. Viele Eltern geben ihre Kinder in die staatliche Betreuung ab, weil sie zu zweit arbeiten gehen. Man will seinen Kindern schließlich etwas bieten und sich selbst auch. Manche Mütter sind zwar mittags zuhause, doch die Kinder essen trotzdem in der Kantine, weil die Mahlzeiten dort billiger sind, als wenn man sie selber kocht.

Ich werfe mal die Frage auf. Wozu erzieht der Staat die Kinder? Und hat er dabei dieselbe liebevolle Absicht wie die Eltern? Wohl kaum.

Muss eine Frau, die nicht arbeitet, sich schlecht fühlen, wenn sie „nur“ Hausfrau und Mutter ist? Wenn sie sich zuhause um ihre Kinder kümmert, den Haushalt führt und ihrem Mann ein gutes Essen kocht, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. Es lohnt sich, Familie und Kindererziehung an die erste Stelle zu setzen, ich kann es bezeugen. Meine acht Kinder und ein Pflegekind gingen weder in die Kinderkrippe noch in die Tagesstätte oder in die Ganztagsschule. Ich habe zuhause für sie gekocht, mit ihnen gespielt, habe ihre Entwicklung verfolgt, ja ihre Streitigkeiten geschlichtet. Dabei habe ich über mehrere Jahre hinweg nicht mein eigenes Wohlergehen an die erste Stelle gesetzt, sondern das meiner Familie. Und damit meine ich nicht ihr materielles Wohlergehen. Die jüngeren mussten schon mal die Kleider der älteren Geschwister tragen. Es wurde auf einiges verzichtet, doch wir waren füreinander da. Später, als Alleinerziehende, habe ich mein Bestes getan, damit die Kinder nicht zu sehr unter der Situation litten und habe sie nach bestem Wissen und Gewissen erzogen. Klar habe ich Fehler gemacht, auch meine Kinder machen Fehler, daraus lernen wir. Die vielgepriesene Professionalität gelernter Erzieher kann unseren Kindern niemals das geben, was ihnen die Familie gibt und bedeutet.

Statt den Familien die Kinder abzuluchsen, sollte der Staat sie vielmehr fördern, schützen und finanziell unterstützen.

Kinder sind unsere Zukunft, wir sollten sie nicht dem Staat überlassen. Wenn wir weiterhin unsere Kinder noch selber erziehen wollen, dann dürfen wir die Angebote des Staates, z.B. die gratis Kinderbetreuung, nicht mehr in Anspruch nehmen. Dann müssen wir uns wieder darauf besinnen, dass die Familie die Kernzelle der Gesellschaft ist. Sie ist der Ort wo man willkommen ist und Verständnis findet. Sie gibt den Kindern Schutz und Geborgenheit in den ersten Jahren. Vor allem aber ist das Wichtigste vorhanden, Liebe und Beziehung. Genau das, was Kinder brauchen, um sich gesund entfalten zu können und glücklich aufzuwachsen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/gender-mainstreaming-politische-geschlechtsumwandlung-1327841.html

Gegen den Strom oder feige mitschwimmen?

 

Auf meinen Artikel hin: „Die Zerstörung der Gesellschaft, der Griff nach unseren Kindern“, erfolgte vom Vorstand des LSV, Lëtzebuerger Schrëftstellerverband, die Aufforderung an mich, von meinem Posten als Sekretärin zurückzutreten.

Der Anruf eines Kollegen machte mir erst einmal Mut: „Ich gebe Dir Recht mit dem was du schreibst und ich stehe voll hinter Dir.“ Und er fügte voller Überzeugung hinzu: „Gott hat den Menschen unterschiedlich geschaffen, als Mann und als Frau.“

Zwei Wochen später sah das Ganze ein bisschen anders aus. Es hatte eine sogenannte „Reichling-Debatte“ gegeben, bei der die Mitglieder des Schriftstellerverbandes sich untereinander austauschten. Der Kollege meinte danach: „Halte mich bitte nicht für feige, doch ich werde bei der Abstimmung nicht dabei sein. Ich kann mich nicht gegen den Mainstream stellen, der ist zu stark.“ Geht es nicht vielen Leuten ähnlich wie diesem Kollegen, was die Frage der Familie, bestehend aus Vater, Mutter, Kinder und den Schutz des Kindes anbelangt?  Viele trauen sich nicht, öffentlich Stellung zu beziehen und sich gegen das Recht von homosexuellen Paaren, Kinder zu adoptieren auszusprechen. Sie wollen nicht als intolerant bezeichnet werden.

Ehrlich gesagt, ich halte den Kollegen doch für feige.

Ist es nicht gerade deswegen so schnell und unspektakulär soweit gekommen. Weil man nicht klar Stellung beziehen will? Viele haben die Petition „Schutz fir d’Kand“ nicht unterschrieben. „Ich weiß gar nicht, was die genau vertreten“, sagte man. Man hatte sich nicht damit auseinander gesetzt, sich nicht informiert. Oder man weiß nicht einmal, wer dahinter steht und dass die Erstunterzeichner Juristen, Jugendrichter, Kinderärzte, Kinderpsychologen, Ethiker und Pädagogen sind. Die sich sehr wohl mit der Thematik auskennen.

In Luxemburg dürfen von nun an homosexuelle Paare heiraten und sogar Kinder adoptieren. Die beiden Gesetzesprojekte 6172 und 6568, die homosexuellen Paaren Zugang zur Ehe, zur Volladoption und zur künstlichen Fortpflanzung geben, sind gestimmt.

Was den LSV und seine außerordentliche Generalversammlung betrifft,  welche zum Zweck hatte, mich aus dem Vorstand zu werfen? Es fanden sich, mit meinen vier Anklägern, nicht einmal zehn Mitglieder zusammen. Wie viele davon auf meiner Seite waren, weiß ich nicht. Jedenfalls traten die vier zurück!

Gott sei Dank liegt es nicht in der Macht eines Vorstandes, was öffentlich geschrieben und gesagt werden darf und was nicht, sondern es ist im Grundgesetz verankert. Tut jedoch der Vorstand eines Schriftstellerverbandes dies, verstößt er damit gegen elementare Grundrechte der Demokratie. Ich zitiere den Satz eines anderen Kollegen „Ich halte diese Freiheit des Wortes für ein extrem hohes Gut und gerade ein Schriftstellerverband sollte sich hüten, diese Freiheit zu untergraben.“

Freie Meinungsäußerung oder Zensur

Heute kann man schockierende Horrorgeschichten schreiben, abartige Romane veröffentlichen, doch sobald man mit einer unbequemen Wahrheit ans Licht kommt, wird man verfolgt. Das ist eben so! Setzt man sich für etwas ein, so hat man auch Gegner.

Auf meinen Leserbrief zur Gender-Theorie im „Trierischen Volksfreund“ und im „Luxemburger Wort“, erfolgte von vier Mitgliedern des Vorstandes des Luxemburgischen Schriftstellerverbandes-LSV die Aufforderung an mich, von meinem Posten als Sekretärin zurückzutreten. Sehr diskriminierend, nicht wahr?

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Diese Menschen und insbesondere zwei von ihnen, radikale Feministinnen, haben mit der Auslösung ihrer Polemik dafür gesorgt, dass der LSV aufgelöst werden muß, weil er für die Mitglieder  nicht mehr glaubhaft ist. Schade, oder nicht? Dabei hatten wir gerade sehr viel dafür gearbeitet, den LSV wieder aufzupäppeln.

Gott sei Dank liegt es nicht in der Macht eines Vorstandes, was öffentlich geschrieben und gesagt werden darf und was nicht, sondern es ist im Grundgesetz verankert. Tut jedoch der Vorstand eines Schriftstellerverbandes dies, verstößt er damit gegen elementare Grundrechte der Demokratie.

Zu allen Zeiten haben gerade Schriftsteller das Schreiben eingesetzt, um, nachdem sie recherchiert hatten, ihre Meinung zu äußern und auf Missstände aufmerksam zu machen. Sie haben damit so manches Mal mitgeholfen, falsche Entwicklungen in der Gesellschaft gerade zu biegen. Ob in der Musik, im Film, beim Theater, Tanz oder andern Kunstrichtungen, überall nutzen Künstler ihr Spezialgebiet, um ihre Ansicht zum Ausdruck zu bringen. Wahre Künstler haben sich nie gängeln lassen, sie wollten frei sein. Es wäre wünschenswert, dass Kunst wieder vermehrt ihrer ursprünglichen Aufgabe zugeschrieben wird – aufzuklären, zu dokumentieren und wachzurütteln. Noch leben wir in einer Demokratie, oder geht diese Zeit ihrem Ende entgegen? Schon bei den EU-Wahlen haben wir gemerkt, wie schwer es geworden ist, den Wählerwillen durchzusetzen. Immerhin darf noch vieles gesagt werden, das ist beruhigend. Es war John Stuart Mill, der 1859 in seiner Schrift „Über die Freiheit“ in der Meinungsfreiheit die Grundlage für das Wohlbefinden des Staates sah. Wenn eine Gesellschaft etwas vorschreibt, weil es gängige Sitte sei, verbiete sie das Denken, mahnte der britische Philosoph. Sie erlange keine Übung, in der offenen Debatte „das Beste zu erkennen oder zu erstreben“. Ein Volk bleibe stehen, die Luft wird miefig-piefig, so Mill weiter, „wenn es aufhört, Individualität zu besitzen“.

So bestehe auch ich weiterhin darauf, als freier Bürger und Mensch, meine Meinung zu äußern und mich für die Dinge einzusetzen, für die es sich meiner Ansicht nach lohnt. Ich tue das nicht als Mitglied oder im Namen eines Verbandes, sondern als Privatperson und freie Schriftstellerin.